Haus Scherl

Die Bedürfnisse jedes einzelnen Mitglieds der vierköpfigen Bauherren-Familie standen Pate für Haus Scherl: Einen großen Wohnraum wünschte sich der eine, einen Platz zum Zurückziehen der andere Partner, die Kinder einen großen Flur zum gemeinsamen Spielen. Und alle zusammen wünschten sich Raum für möglichen weiteren Nachwuchs. Darum bietet Haus Scherl nicht nur viel Platz, sondern auch viel Flexibilität.

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Frage: Mit seinem roten Flacherker setzt das Haus ein deutliches Ausrufezeichen. Warum?

Kutzner: Die Bauherren wollten ein Haus, das sich schon äußerlich unterscheidet. Für das Gebiet, in dem sie bauen wollten, sah der Bebauungsplan aber nur Häuser mit klassischen Satteldächern vor. Gemeinsam haben wir deshalb die Interpretation der klassischen Form mit dem außergewöhnlichen Flacherker entwickelt. Das gibt dem Haus Individualität von außen und viel Raum im Inneren.

Frage: Wie wird der Raum im Inneren, insbesondere der Platz im Erker, denn genutzt?

Kutzner: Die vierköpfige Familie, für die das Haus konzipiert ist, teilt sich die Räume zunächst einmal ganz klassisch: Zwei Kinderzimmer und ein Schlafzimmer für die Eltern. Die Galerie im Erker nutzen sie flexibel: Hier können die Kinder gemeinsam spielen, hierhin kann man sich zum Lesen zurückziehen, wenn im Wohnzimmer der Fernseher läuft. Mit wenig Aufwand könnte man die Galerie auch durch eine zusätzliche Wand abtrennen und erhält ein drittes Kinderzimmer oder ein Arbeitszimmer mit einem tollen Ausblick.

Frage: Was hat Ihnen als Architekt besondere Freude gemacht bei der Konzeption dieses Hauses?

Kutzner: Die Bauherren hatten sehr klare Vorstellungen: Transparenz, Flexibilität und Individualitä waren ihre großen Wünsche. Das umzusetzen in der Form eines klassischen Einfamilienhauses, die der Bebauungsplan vorgab, war schon eine harte Nuss. Sie gemeinsam mit den Bauherren zu knacken und ein Höchstmaß an Flexibilität in einem ausgewogen proportionierten, gradlinigen und klaren Entwurf zu ermöglichen, hat auch mir viel Spaß gemacht.